﻿[0:00:00.0] Interviewtranskript

Tag:		15.06.2023
Uhrzeit:		14:48
Ort:		Vortragssaal, Informationszentrum Kraftwerk Schwarze Pumpe
Zeitpunkt:	nach Exkursion

I: Ja, also wie ich eben gesagt habe, das, was du sagst, ist richtig, kein richtig, kein falsch. Mich interessiert, was du denkst. Ich brauche am Anfang, damit ich das alles zuordnen kann, dann nicht schreiben, einfach nur laut sagen. 

[0:00:13.0] B: Ja, also UAK14E. 

[0:00:28.2] I: Sehr schön, danke. Ja, was hat dir denn heute besonders gefallen? Erzähl einfach mal. 

[0:00:33.3] B: Ich fand eigentlich sehr interessant. Also erstmal, ich fand alles sehr interessant, weil es halt einfach schön war, auch zu sehen, so was überhaupt vor sich geht hier, weil man sieht das ja eigentlich von überall, das Kraftwerk. Und am interessantesten fand ich einfach, wie komplex alles ist und auch, also so in dem Maschinenraum sozusagen. Und das fand ich auch sehr beeindruckend dadurch, wie laut das auch ist und die starke Leistung, die Maschinen, ja. 

[0:01:05.7] I: Gibt es irgendein besonderes Erlebnis, einen Fakt oder was ähnliches, was ganz besonders war? 

[0:01:12.4] B: Na, ich finde es krass. Also ich wohne in [Wohnort] und das Umspannwerk dort, also das kenne ich ja auch, aber ja, war nicht so bewusst, was das für eine große Rolle spielt. Das fand ich sehr krass. Und dass diese Leitungen 380.000 Volt haben. 

[0:01:32.5] I: Kilovol..., achso, ja, doch, kann sein. 

[0:01:35.1] B: Ja, fand ich auch sehr krass. 

[0:01:38.9] I: Sehr schön. Hast du irgendwelche Fragen aktuell zum Thema? Wenn ja, welche? 

[0:01:43.1] B: Eigentlich nicht so wirklich. Also ich habe eine und zwei, wie man halt so ein Kohlekraftwerk, also klimafreundlicher gestalten könnte, aber es ist halt, also ich denke man macht ja schon alles, was man, also was im Budget ist und was auch möglich ist. Deshalb, ja, das ist eigentlich so das Einzige, aber ich denke mal, eigentlich ist alles schon. 

[0:02:03.1] I: Ist die Frage heute neu entstanden oder hattest du die vorher schon? 

[0:02:06.6] B: Die hatte ich mir vorher schon im Physikunterricht überlegt, weil wir uns so Fragen überlegen wollten, die uns interessieren und die wir dann fragen können. 

[0:02:13.7] I: Wie ist denn jetzt deine spontane Meinung jetzt in diesem Moment zum eventuellen Vorziehen des Kohleausstiegs? 

[0:02:20.5] B: Also ich bin mir nicht so ganz schlüssig, aber also es ist auf jeden Fall so, also es ist ja unbestritten, dass es klimaschädlich ist und es ist ja auch gut, das Klima zu schützen und so, aber ja, es ist halt auch, weiß ich nicht,  ein großer Versorger für uns und ja, es ist halt auch unklar, wie das andere gestützt werden soll, also wenn das hier wegfällt. Deshalb denke ich, man kann schon sagen, dass es erstmal nicht so gut ist, weil man keine Alternative hat, aber wenn eine da ist, kann man das natürlich machen. 

[0:03:01.5] I: Sehr spannend. Was an dem heutigen Tag, also an der Exkursion oder bisher im Unterricht zu diesem Thema hat denn zu dieser Meinung beigetragen? 

[0:03:10.5] B: Ja, also wir haben ja auch heute gelernt, wie der Treibhauseffekt funktioniert und so, deshalb, also das wusste ich ein bisschen auch schon davor, aber das hat halt auch dazu beigetragen, weil man ja jetzt weiß, dass das Gas, was hier ausgestoßen wird, dazu beiträgt, dass das Klima, dass die Temperatur ansteigt, aber ja, also ja. Es ist auf jeden Fall auch krass zu sehen, wie komplex das alles ist und dass das dann alles halt wegfällt hier. Ja, es ist halt einfach ein bisschen unvorstellbar, weil man sieht das ja auch tagtäglich, wie das arbeitet. 

[0:03:54.3] I: Wie war denn deine Einstellung zu den Themen Kohleausstieg, Energieversorgung, Klimaschutz und so weiter denn vor dem Unterrichtsprojekt? 

[0:04:00.8] B: Eigentlich ziemlich genauso, weil ja, also ich habe mir auch schon davor Gedanken darüber gemacht, weil mein Vater auch in der Politik tätig ist und deshalb, ja, also sprechen wir halt auch manchmal so darüber. 

[0:04:19.6] I: Hat er da irgendeine Position, wo er in den Bereichen mit was machen kann oder in anderen Bereichen? 

[0:04:24.9] B: Naja, also er sieht dieses Klimading halt auch, aber er ist eher im Bereich "nicht vorziehen", sondern bei dem Termin bleiben, damit halt die Arbeitskräfte und so auch mal untergebracht werden können, damit eine neue Lösung gefunden werden kann. 

[0:04:44.7] I: Spannend. Was wusstest du denn vorher schon zum Thema Kohleausstieg? 

[0:04:49.5] B: Dass erstmal hier Spremberg und, also Spremberg auf jeden Fall mit Fernwärme betrieben wird, das wusste ich und auch, dass hier, ja, also, dass es klimaschädlich ist, aber dass es auch eben einer der größten Wärme- äh Stromproduzenten ist. 

[0:05:16.8] I: Und was hast du denn in den letzten Wochen oder heute Neues erfahren? Also jetzt mal Treibhauseffekt hast du jetzt schon gesagt und wie groß und die 380 Kilovolt und so, hast du schon erzählt, noch irgendwas? 

[0:05:29.7] B: Eigentlich, also so Sachen zum Beispiel wie das mit der Turbine irgendwie, das wurde uns auch erklärt, aber da weiß ich nicht genau, habe ich nicht ganz so verstanden. Also es ist auf jeden Fall was Neues, aber ich habe es jetzt immer noch nicht verstanden. 

[0:05:42.3] I: Das kenne ich. Wie sehr interessierst du dich denn für das Thema Energieversorgung? 

[0:05:48.5] B: Es ist natürlich ein präsentes Thema und, ja, also ich beschäftige mich nicht in meiner Freizeit sozusagen, aber wenn man so, keine Ahnung, Gespräche darüber führt, dann interessiert es mich auch und zum Beispiel, wenn ich weiß, dass wir es im Unterricht oder so behandeln, recherchiere ich auch zu Hause, dann beschäftige ich mich damit, aber in der Freizeit auch, wenn zum Beispiel eine Schlagzeile neu ist, irgendwie, wenn jetzt in der Zeitung steht, Klimaausstieg wird vorgezogen, würde ich mich auch damit beschäftigen. Also dadurch, dass es total präsent ist, beschäftige ich mich schon damit. 

[0:06:25.7] I: Hat sich das irgendwie durch den Unterricht in den letzten Wochen oder durch die Exkursion geändert oder dann eher wirklich so durch Medien? 

[0:06:32.5] B: Ja, also nach dem Physikunterricht und jetzt auch vor dem heutigen Tag, damit wir ein bisschen wissen, habe ich schon mal so nach Fakten oder so geguckt, aber da ist halt nichts Neues so wirklich dabei gewesen, was ich noch nicht wusste, aber habe ich mich schon damit beschäftigt. 

[0:06:48.9] I: Und wie wichtig ist dir das Thema, dass du heute gemacht hast für dein Leben außerhalb der Schule? 

[0:06:53.2] B: Es ist eigentlich, denke ich, für viele wichtig, weil ja auch sehr viele Leute mit diesen ganzen Kohlekraftwerken mit der LEAG arbeiten oder bei der LEAG arbeiten und deshalb ja auch, wenn das jetzt hier quasi geschlossen wird, viele Arbeits-, also sie dann halt entlassen werden oder neue Jobs bekommen und deshalb denke ich schon, dass es auch besonders halt in dieser Region ein präsentes Thema ist und ja. 

[0:07:22.4] I: Okay, gehen wir mal zu dem, was heute war. Was denkst du über den Experten, der dich heute durch das Kraftwerk geführt hat? So allgemein.

[0:07:32.7] B: Also ich finde es interessant, dass er, ich glaube, er war ja schon, glaube ich, in Rente, aber er macht das noch freiwillig und das finde ich auf jeden Fall krass, dass einen das so interessiert und auch so fasziniert, das hier und dass man das auch allen näher bringen möchte, um Verständnis rüberzubringen und ja, ich denke, das ist sehr beeindruckend, dass man das trotzdem noch macht und ja, er hat sich auf jeden Fall sehr gut ausgekannt und er war auch sehr freundlich. 

[0:08:08.9] I: Und wie hat er so auf Fragen reagiert? 

[0:08:12.8] B: Also er hat sie sachlich beantwortet und auch mit, ja, weiß ich nicht, also er konnte sie auf jeden Fall erklären bzw. auflösen und ja. 

[0:08:30.7] I: Und wie schätzt du seine Einstellung zum Kohleausstieg ein? 

[0:08:36.1] B: Also er meinte, glaube ich, dass er, oder ich schätze es so ein, dass er den Kohleausstieg nicht vorziehen möchte oder würde oder dafür ist, weil er meinte, dass es gar nicht möglich ist. Er hat auch zum Beispiel Fakten genannt, wie dass Wasserstoff explosiver ist und dass es auch teurer ist, glaube ich. Deshalb würde ich so einschätzen, dass er dagegen ist für den Vorzug des Kohleausstiegs und natürlich auch dadurch, dass er hier auch gearbeitet hat, würde ich das auch so einschätzen. 

[0:09:12.9] I: Okay. Ihr erstellt ja die Broschüre in Gruppen. Wie ist es so für dich, in deiner Gruppe zu arbeiten? 

[0:09:19.9] B: Es ist interessant. Wir haben zwei Jungs in der Gruppe. Ja, die beiden sind jetzt nicht unbedingt die Fleißigsten, aber ja, das geht schon. Also wir können auf jeden Fall auch was dazu sagen. Und ich arbeite auch noch mit einem Mädchen zusammen. Und ja, also ich denke, wir werden das gut hinbekommen und ich denke auch nicht, dass das jetzt eine ungleiche Verteilung ist. 

[0:09:44.7] I: Habt ihr euch in der Gruppe oder in der Klasse schon über das Thema "Kohleausstieg Vorziehen: ja/nein?" schon ausgetauscht? 

[0:09:51.0] B: Meinen Sie vor dem? Also vor der (unverständlich)? 

[0:09:53.9] I: Jetzt generell. Also ja, im Unterrichtsprojekt meine ich schon. 

[0:09:57.4] B: Ja, das haben wir, glaube ich. Also Frau [Name der Lehrerin] hat auch immer so gefragt, wer denn bei der LEAG arbeitet oder wer Zuliefer von der LEAG ist oder Abnehmer. Und da haben sich, glaube ich, vier oder drei gemeldet. Und dann haben wir, das halt so ein bisschen zum Nachdenken angeregt. Aber so wirklich diskutiert haben wir noch nicht, aber ja. 

[0:10:21.5] I: Okay. Also hast du jetzt auch noch nicht so das Gefühl, dass da jetzt so eine Diskussion die Meinung beeinflusst hat oder doch? 

[0:10:29.4] B: Ich denke eher nicht. 

[0:10:32.0] I: Okay. Welche Rolle spielt so das Erleben des Ausflugs in der Gruppe für dich? 

[0:10:38.0] B: Also ich denke, wir konnten hier noch einmal das ganze halt live erleben. Das ist nochmal was anderes, als es in der Schule in Bildern und Büchern zu sehen. Deshalb denke ich auch, dass das nochmal was gebracht hat und auch sinnvoll war, weil, weiß ich nicht. Also mir macht das praktische Lernen mehr Spaß als das theoretische Lernen. Und deshalb fand ich das sehr gut und ich denke auch, dass es ein bisschen zum Verständnis auch beigetragen hat, weil man halt alles in Person gesehen hat. 

[0:11:09.3] I: Wenn du jetzt so dein Unterrichtsverhalten, jetzt in dem Unterrichtsprojekt der letzten Wochen, mit dem in deinem sonstigen Unterricht vergleichst, welche Unterschiede gibt es da eventuell? 

[0:11:19.8] B: Also wir haben jetzt viel Gruppenarbeit gemacht, was aber in Physik, wenn wir uns ein Thema erarbeitet haben, auch öfter der Fall ist, weil wir dann in Vierer-Gruppen meistens halt zusammen Aufgaben lösen. So in einem Block vor einer Arbeit zum Beispiel, damit wir bei Fragen uns an unsere Gruppenglieder wenden können. Aber wenn wir uns was erarbeiten, sind wir halt meistens einzeln und jetzt machen wir eben in dem Projekt auch viele Gruppen. 

[0:11:52.0] I: Ihr habt ja auch schon vorher Materialien gehabt, jetzt zum Beispiel die Textsammlung oder die Hilfekarten. Wie intensiv habt ihr die verwendet? 

[0:12:01.6] B: Wir haben uns die Broschüre, die sie, glaube ich, erstellt haben, sehr genau durchgelesen und daraus nehmen wir auch für unseren Flyer oder unsere Broschüre dann auch Fakten. Und diese Aufbaukarten, glaube ich war das, mit denen haben wir uns auch beschäftigt und auch mit diesem Beispiel, wo halt auch noch Informationen drauf standen. Also wir haben alles verwendet. 

[0:12:36.3] I: Und hatten die Texte, die du jetzt gelesen hast, ihr habt ja gesagt, die habt ihr intensiv gelesen, schon einen Einfluss auf deine Meinung gehabt zu dem Thema? 

[0:12:45.2] B: Ich würde sagen, dass es nicht so wirklich einen Einfluss gehabt hat, dadurch, dass ich halt vieles schon wusste. Aber was mich zum Beispiel beeindruckt hat, war diese Liste von den klimaschädlichsten Kohlekraftwerken. Dadurch, dass da ja Boxberg und Jänschwalde und Schwarze Pumpe sehr weit oben auch standen. Ja, weiß ich nicht. Das hat auch nochmal so ein bisschen zum Nachdenken angeregt, aber ich bin bei meiner Meinung sozusagen geblieben. 

[0:13:17.2] I: Okay. Gut, möchtest du noch irgendwas ergänzen? Hast du noch irgendeine Frage? 

[0:13:21.2] B: Eigentlich nicht. 

[0:13:22.7] I: Gut, dann danke ich dir ganz herzlich, dass du das Interview mit mir gemacht hast und noch so lange geblieben bist. Danke.
