﻿[0:00:00.0] Interviewtranskript

Tag:		29.06.2023
Uhrzeit:		13:14
Ort:		Physikvorbereitungsraum, ESG Spremberg
Zeitpunkt:	nach Intervention/während letzter Stunde

I: Erstmal danke, dass du das Interview mit mir machst. Es geht jetzt darum in dem Interview, dass ich herausfinde, woran du dich noch erinnerst in dem Kraftwerk, was irgendwie besonders war, wie du so über das Thema denkst und wie du so dazu kommst und es gibt jetzt kein Richtig und kein Falsch, das was du sagst ist in Ordnung und wenn du irgendwie auch eine Frage nicht antworten willst oder nicht antworten kannst, dann ist das okay, dann machen wir einfach weiter. Damit ich das alles zuordnen kann, brauche ich mal dein Pseudonym einfach laut sagen, was da rein muss. Ungefähr wieder. Ja, sagen. Sag, bitte. 

[0:00:37.7] B: Ja, ähm, I, äh, F, scheiße, U, D, 2, 2 und U. 

[0:00:46.9] I: Wunderbar, danke schön. Ja, woran erinnerst du dich noch, wenn du an die Kraftwerksführung (denkst), was ist so hängen geblieben? 

[0:00:55.1] B: Also hängen geblieben ist natürlich diese Aussichtsplattform, weil da war ein schöner Ausblick, konnte man auch schön auf die Kühltürme sehen und halt auch in die Ferne und was auch hängen geblieben ist, sind diese Öfen, also da, wo die Kohle verbrannt wird, weil da war so eine Luken, da konnte man reingucken und das war halt krass, wie das da gebrannt hat und wie das aussah. Das konnte ich, also vorher habe ich nicht gewusst, dass das so heftig ist, ja. Das sind so diese zwei Sachen, die am meisten hängen geblieben sind. 

[0:01:27.4] I: Spannend. Und warum sind die hängen geblieben? 

[0:01:30.1] B: Na ja, weil halt, ist halt, also die Aussichtsplattform ist halt einfach faszinierend, weil ich mag halt weit zu schauen, also Aussicht und halt das mit dem Ofen, das ist halt einfach hängen geblieben, weil das einfach krass aussah, jetzt so halt mit dem Feuer und weil ich habe mir das so gar nicht vorgestellt gehabt. 

[0:01:52.9] I: Okay, spannend. Es geht ja jetzt heute in der Stunde darum, dass ihr eure Meinung mal aufschreibt zum Thema Kohleausstieg oder Ökostromtarif und so weiter und auch wenn ich das dann noch lese, was du jetzt schon geschrieben hast, interessiert mich jetzt trotzdem, was so deine Meinung dazu ist. 

[0:02:09.8] B: Oh Gott, ja, also meine Meinung ist halt, ich würde halt schon bei den Kohlekraftwerken bleiben, weil halt, es ist halt eine sichere Stromquelle und halt da kann halt, also kostenmäßig ist halt auch jetzt Ökostrom, wäre jetzt auf die Jahre gesehen, also dauert halt schon bis das Geld wieder drin ist und in der Zeit kann ja wieder was kaputt gehen, muss man neu kaufen, das dauert halt schon bis das Geld wieder drin ist und bei Kohlekraftwerken ist das halt so, mir kam das jetzt nicht so vor, als wenn da jetzt so viel CO2 ausgestoßen wird, also so eher mehr Wasserstoff, so als CO2, also dass ich das, also ich finde halt auch, dass Kohlekraftwerke halt, sind halt einfach sicher und da behalten auch viele Leute ihren Job und es ist dann so, ja. 

[0:03:00.2] I: Und wie war so deine Einstellung zu dem, oder ne, die andere Frage zuerst, was an dem Unterricht zu dem Thema hat denn dazu beigetragen, zu dieser Meinung? 

[0:03:13.4] B: Wie ist das jetzt gemeint, also? 

[0:03:16.0] I: Dann nehme ich vielleicht doch die andere Frage zuerst. Wie war denn deine Einstellung zu diesem Thema vor dem Unterrichtsprojekt? 

[0:03:22.8] B: Also davor, das ist, ich habe immer bei meinen Eltern mitgehört, dass, also so, dass jetzt die ganze Kupfermine und so, es wird ja auch diskutiert, ob hier ein Sprengwerk dann, also in der Nähe gebaut wird halt, wegen halt dem ganzen Kupfer, was man ja für die Solarpanels so braucht halt, das ist, also das, da bekomme ich immer ein bisschen mit, dass Kupfermine so schädlich sind halt so für die Umwelt, dass es auch ein Fall irgendwo in Spanien oder so war, dass das irgendwie alles kaputt gemacht hat, dass es im Umkreis von 100 Kilometer keine Bäume mehr gab, ist jetzt nur so eine Rand und das ist eigentlich so das Einzige, wo ich halt so überlegt habe, was ist jetzt besser, ob wirklich jetzt so Ökostrom oder Kraftwerke jetzt, da war so der erste Berührungspunkt, wo ich so dachte, ja, also wo ich so überlegt habe. 

[0:04:13.1] I: Und hat jetzt dir der Unterricht jetzt in den letzten Wochen, was ihr so gemacht habt, hat der irgendwie beeinflusst, wie du zu dem Thema, wie du über das Thema Kohleausstieg denkst, wenn ja, in welche Richtung und warum? 

[0:04:28.2] B: Also beeinflusst hat es jetzt nicht, weil, also ich war schon mal vorher für Kraftwerke, also Kohlekraftwerke, also ja, sie stoßen halt CO2 aus, ist klar, aber ich finde das jetzt halt nicht so problematisch, da gibt es jetzt zum Beispiel, verglichen mit einem Vulkanausbruch, wenn der, das ist zwar selten, aber wenn der halt ausbricht, stößt der tausendmal mehr CO2 aus mit einmal als so ein Kraftwerk in ein paar Jahren. 

[0:04:54.7] I: Okay, was wusstest du denn schon vorher zum Thema Kohleausstieg? Du hast ein bisschen was schon erzählt, aber vielleicht fällt dir ja noch was ein. 

[0:05:03.2] B: Also davor wusste ich halt jetzt eigentlich nicht so viel so Kohleausstieg. Ich habe halt am Rande mitgehört, dass irgendwie Ausstieg geben soll oder sonst mehr nicht so. Da wurde halt aber, also ich, also das Einzige, wo ich so denke, jetzt, also wenn jetzt schon die letzten Kernkraftwerke wurden ja abgeschaltet, wo ich mir denke, ja, wo soll der Strom richtig herkommen? Also wie soll man halt dann den Strom, wenn es jetzt eh schon ein paar, fast so ein bisschen Probleme gab, wo, wenn die Kohlekraftwerke abgeschafft werden, wo soll der Strom herkommen? Das ist so mit den ganzen Elektroautos und so, das ist halt so, man braucht immer mehr Strom, aber man hat das Gefühl, die Stromquelle, die Stromquellen, die werden immer weniger. 

[0:05:46.0] I: Und was hast du in den letzten Wochen vielleicht Neues erfahren zu dem Thema? 

[0:05:50.5] B: Also zu dem, ja, also so, also es ist richtig Neues jetzt nicht, aber halt wie das Kohle-, also wie Kraftwerke so funktionieren so an sich, das habe ich. 

[0:06:03.7] I: Okay. Wieso interessierst du dich denn für das Thema? 

[0:06:09.7] B: Also ich, es ist so ein Zwischending so, weil Strom ist sehr wichtig, also ohne Strom geht ja so heutzutage nichts mehr und das ist jetzt keine Priorität so, wo ich drüber nachdenke, aber es ist schon so ein Thema, wo ich so sage, ja, da könnte man mal drüber nachdenken. Also das ist so manchmal so, ich denke gar nicht darüber nach, aber so auch nicht ganz viel, sondern so ein Zwischending da. 

[0:06:35.6] I: Hat sich das jetzt durch den Unterricht in den letzten Wochen irgendwie, oder durch die Exkursion irgendwie geändert? Ja oder, also, oder nicht? 

[0:06:43.2] B: Also ja, hat es, also in den letzten Wochen habe ich da, nachdem wir bei dem Kohlekraftwerk waren, habe ich natürlich drüber nachgedacht, aber es geht jetzt wieder zurück in den Zwischending so. 

[0:06:52.6] I: Okay. Wie wichtig ist dir denn das Thema, das in den letzten Wochen bearbeitet wurde, für dein Leben außerhalb der Schule? 

[0:07:00.6] B: Außerhalb der Schule, ja, ach Gott, das weiß ich jetzt gar nicht, also wie wichtig, also es ist halt schon so, außerhalb der Schule, man braucht halt Strom, wie gesagt, und das ist halt, so richtig weiß ich das jetzt nicht.

[0:07:13.4] I: Okay, gut. Oder also, dann machen wir weiter, wenn du jetzt keine Antwort darauf hast. 

[0:07:21.6] B: So spontan wusste ich das halt nicht, aber bis wir überlegen, dann wäre das schon so, aber so spontan ist das ein bisschen jetzt doof. 

[0:07:31.2] I: Okay. Wir hatten ja die Aufgabe gehabt mit dem Vater, der die E-Mail schreibt, und der Schulsprecherin, die da eine Meinung von euch wollte. Wie authentisch findest du die Aufgabe? 

[0:07:44.9] B: Also ich finde, das ist eine gute Aufgabe, sich mal zu überlegen. Ich weiß jetzt nicht, ob das eine E-Mail vor längerem war oder jetzt aktuell ist. Das ist so, ich denke, dass das aktuell ist, aber ich weiß es halt nicht. Da ist, also es ist eine gute Aufgabe, dass das auch Schülern so dazu bringt, auch über das Thema nachzudenken und auch eine Stellung zu nehmen darüber. 

[0:08:05.2] I: Okay. Und wie hat dir das, was ihr dazu gemacht habt oder was euch da so zur Verfügung stand im Unterricht geholfen, irgendwie die Aufgabe zu machen oder da über das Thema nachzudenken? 

[0:08:19.2] B: Also dieser Flyer oder wie? 

[0:08:20.3] I: Ja, genau. 

[0:08:21.0] B: Also der hat halt so Anfangseinblicke gegeben, aber mehr hat man eher so das Handy benutzt da zu googeln. Also das Handy war ja auch zur Verfügung, also war ja eigentlich alles gut in Ordnung. 

[0:08:37.2] I: Okay. Wir hatten jetzt den Flyer, du hast gesagt, du hast ein bisschen gegoogelt, es gab ja dann noch Arbeitsblätter und Erklärvideos und diese Hilfekarten. Was denkst du so über die? 

[0:08:47.5] B: Die Hilfekarten, die waren ganz gut. Also wenn man jetzt nicht weiter wusste, also es war ja diese Frage, also die Aufgabenstellung war ja ein Flyer stellen mit Pro und Contra sozusagen und ob das gut ist. Man sollte ja keine Stellung nehmen. Ich fand das gut für die Gliederung, dass da so eine vorgegeben ist, wenn man jetzt nicht richtig weiter weiß. Zum Beispiel meine Gruppe hatte das Problem am Anfang, wo ich noch da war, dass wir nicht so ganz wussten, wie wir das jetzt machen wollen und da haben wir halt die Karten benutzt und das hat gut geholfen. 

[0:09:18.2] I: Okay. Und haben denn die Texte, die du vielleicht gelesen hast, egal ob jetzt in dem Flyer oder im Internet, einen Einfluss darauf gehabt, wie du über das Thema denkst oder was du jetzt geschrieben hast in der Stellungnahme bisher? 

[0:09:31.6] B: Nicht richtig so. Ich habe halt meine Stellung und da bleibe ich auch bei so. 

[0:09:35.9] I: Okay. Gut, ihr habt das ja Ganze auch in Gruppen gemacht. Wie war es denn so für dich, in der Gruppe zu arbeiten? 

[0:09:47.7] B: Ach so, ja, ich habe ja nur einmal mit der gearbeitet am ersten Tag und das war gut. Wir haben halt gut zusammengearbeitet. Es wurde ja gesagt, ich habe mich jetzt nicht beteiligt, das ist halt aber auch doof gelaufen. Am ersten Tag habe ich ja mit Themen und so weit mitgemacht, aber dann dadurch, dass mein Handy nicht geht und kaputt ist und so ein Scheiß und ich habe nur noch so ein komisches Tastenhandy, wo dann auch manchmal die Nachrichten nicht ankommen, war das halt dann so, habe ich das nicht bekommen und jetzt ist das dann so.

[0:10:18.4] I: Habt ihr euch denn irgendwie in der Gruppe oder jetzt auch auf dem Schulhof oder in der Klasse irgendwie mal über das Thema ausgetauscht? 

[0:10:26.4] B: Soweit ich mitbekommen habe, nicht so richtig. Wir haben mal so zehn Minuten mal kurz darüber geredet. Wir haben so unter Freunden, wie wir dazu denken, aber sonst so richtig, so tiefgründig nicht.

[0:10:42.0] I: Und hat das denn irgendwie darüber, also du hast ja gesagt, so mal in zehn Minuten wir darüber denken. Spielt das eine Rolle für dich, was die anderen sagen, wenn ja, inwiefern? 

[0:10:55.0] B: Also ja, ich finde, das spielt eine Rolle. Also jetzt keine starke, aber schon so eine Rolle. Es ist auch einfach interessant zu wissen, wie jetzt die anderen darüber denken, ob die komplette andere Stellung haben oder ob die gleiche. Und da an der Anzahl, wie viele man gehört hat, so ein bisschen weiterzudenken, wie man sich so vorstellen könnte, wie viele könnten jetzt da für diese Stellung sein oder für die andere halt Stellung nehmen.

[0:11:21.1] I: Letzte Frage. Welche Rolle hat denn jetzt das Erleben des Ausflugs mit der Klasse für dich gespielt? 

[0:11:28.6] B: Also ja, die Rolle des Ausflugs, also es hat halt schon eine etwas kleinere Rolle gespielt, weil es war halt jetzt die Aufgabe zu überlegen, Ökostrom halt, ob das jetzt günstig ist, also ob das besser ist als Kraftwerke. Und so richtig eine Rolle gespielt hat es jetzt nicht ganz. Man hat halt dann gesehen, wie es funktioniert und haben halt danach noch diese Arbeitswetter mit Treibhausgaseffekt und so gemacht gehabt. Aber man hat halt nicht so erfahren, wie viel genau CO2 dieses Kraftwerk jetzt zum Beispiel ausstoßt in einem Jahr oder so. Und das ist halt dann so. Man hat erfahren, wie das funktioniert, wie die Prozesse gehen und war auch interessant. War auch unser Plan, das in den Flyer einzubringen ein bisschen und da hat es auch ein bisschen geholfen. Aber so richtig jetzt eine Rolle gespielt bei der Entscheidung hat es jetzt nicht so ganz geholfen. 

[0:12:23.5] I: Okay. Möchtest du noch irgendwas sagen? Hast du irgendeine Frage, die noch offen geblieben ist? 

[0:12:28.9] B: Eigentlich nicht, nein. So ist alles. 

[0:12:31.4] I: Okay, dann danke ich dir ganz herzlich, dass du das Interview mit mir gemacht hast. 
