﻿[0:00:00.0] Interviewtranskript

Tag:		16.06.2023
Uhrzeit:		13:11
Ort:		Physikvorbereitungsraum, ESG Spremberg
Zeitpunkt:	nach Intervention

I: Ganz wichtig ist am Anfang immer, es gibt kein Richtig und kein Falsch, das, was du sagst, ist völlig in Ordnung so. Mich interessiert einfach deine spontane Meinung, das, was du jetzt gerade denkst. Und wenn du irgendjemandem nicht antworten kannst oder nicht willst, ist das auch völlig in Ordnung. Am Anfang, damit ich alles zuordnen kann, brauche ich mal dein Pseudonym einfach laut sagen, was da rein soll. 

[0:00:19.2] B: Also zweiter Buchstabe des Vornamens I, letzter Buchstabe des Nachnamens ist ein K, erster Buchstabe des Vornamens der Mutter ist auch ein K, erste Ziffer des Geburtstages 0, zweite Ziffer des Geburtstages 2, letzter Buchstabe des Vornamens ist ein S. 

[0:00:40.2] I: Alles klar. Wunderbar. Hast du irgendwelche Fragen zu dem Interviewmodus oder irgendwie, wie es jetzt weitergeht? 

[0:00:45.7] B: Ähm, ne. Ja, einfach los. 

[0:00:49.3] I: Gut. Warst du jetzt aus der gleichen Klasse wie das Mädchen? Gut, also habt ihr auch schon drei Unterrichtsstunden bei Frau [Name der Lehrerin] dazu gehabt und einer ist in Deutsch. Alles klar, dann weiß ich Bescheid. Gibt es denn irgendwas, was dir in besonderer Erinnerung geblieben ist von den letzten Wochen? 

[0:01:05.3] B: Ähm, eigentlich nicht wirklich. Also, war halt einfach, ja sag ich mal, normaler Unterricht. Einfach nur in dem Aspekt eben, dass wir ja jetzt das alles in Bezug auf diese Studie machen. Dass wir uns das eben selber erarbeiten müssen. Klar, es gab so Erklärvideos und so weiter, aber eben grundsätzlich alleine arbeiten. Aber sonst war jetzt nichts Außergewöhnliches, würde ich mal so sagen. 

[0:01:36.2] I: Gibt es vielleicht irgendeine Information, einen Fakt oder so, der dir in besonderer Erinnerung geblieben ist? 

[0:01:41.0] B: Äh, jetzt auf die Schnelle nicht, ne. Also so die Basic-Sachen, das Kohlekraftwerk hier super viel CO2-Ausstoß und so weiter. Und wenn man, dass der Ausstieg auch nicht so leicht ist, einfach Massenarbeitslosigkeit. Gibt halt ganz viele Aspekte, die man da beachten muss. So was alles, das weiß ich schon noch, ja. 

[0:02:01.9] I: Und wie ist also deine spontane Meinung zu dem Thema? 

[0:02:05.1] B: Zum Kohleausstieg jetzt? 

[0:02:06.4] I: Ja, genau. 

[0:02:07.5] B: Also ich persönlich bin mehr oder weniger für den Kohleausstieg. Einfach, weil man sieht einfach, was draußen abgeht und so weiter. Und ich finde, wenn man da nicht reagiert, das ist einfach, also dann ist es auch irgendwann zu spät. Klar, man muss eben berücksichtigen Sachen wie irgendwie Massenarbeitslosigkeit und was dann mit den Leuten passiert, Umschulung und so weiter. Das muss alles geplant werden und es ist alles super kompliziert und auch finanziell auch anstrengend und so weiter. Aber grundsätzlich bin ich eigentlich für den Kohleausstieg, dass man das aber auch schön strukturiert, sich wirklich Gedanken macht, dass das auch strukturiert abläuft, damit es da keine Probleme gibt. 

[0:02:55.7] I: Und es ist ja jetzt in der Diskussion, dass man das vorziehen möchte von 2038 auf 2030. Bist du da dafür oder dagegen? 

[0:03:03.3] B: Das finde ich irgendwie, also das finde ich quatschig, weil einfach, also ich habe bis jetzt noch keine wirklichen Pläne dafür gesehen, wie das jetzt aussehen soll. Man redet immer nur, ja wir müssen aussteigen, wir müssen aussteigen. Aber so wie wollen wir denn aussteigen? Wie wollen wir das machen? Das fehlt halt einfach und da sollte man sich dann auch Zeit nehmen, damit das auch wirklich funktioniert. Weil sonst sind wir da und dann gibt es viele Probleme und das ist ja dann auch nicht so einfach. 

[0:03:32.7] I: Was hat denn an dem Unterricht zu diesem Thema, zu dieser Meinung beigetragen? 

[0:03:37.9] B: Also der Unterricht hat meiner Meinung nach nicht viel zu meiner Meinung beigetragen. Einfach, weil ich mich schon vorher mit dem Thema ein bisschen beschäftige und so weiter. Und da ich dann schon meine Meinung hatte und das hat die im Prinzip eigentlich nur verstärkt. 

[0:03:58.7] I: Also war deine Einstellung zu dem Thema vorher auch schon so, wenn ich das jetzt richtig verstanden habe.

[0:04:03.6] B: Genau. 

[0:04:04.5] I: Und wie bist du da zu dieser Meinung gekommen? 

[0:04:06.6] B: Einfach durch Recherche im Prinzip. Also vor allem eben, ich gucke viel YouTube über solche Sachen. Also Kanäle wie Kurzgesagt oder Simplicissimus, die machen sehr gute Videos darüber. Auch nur zu empfehlen, auch im Unterricht. Und ja, das ist halt interessant einfach und das ist einfach auch die Meinung, die die Leute dann auch so rüberbringen wollen. Und ich finde das ist schon gerechtfertigt, ja. 

[0:04:36.6] I: Und wie sehr interessierst du dich dafür das Thema? 

[0:04:40.7] B: Also für vor allem hier den regionalen Kohleausstieg und so weiter eher weniger. Weil, kann ich gar nicht so genau sagen, ich verspüre nicht so den Reiz. Aber im Allgemeinen interessiert mich halt das Thema so Klimawandel und Energie und alles. Also das finde ich schon ganz interessant. 

[0:05:02.9] I: Und was wusstest du da jetzt schon vorher? Ja, Klimawandel, Energie, Kohleausstieg und so weiter. 

[0:05:08.6] B: Einfach halt welche Auswirkungen, also wie das mit dem Treibhauseffekt funktioniert, alles drum und dran. Folgen und einfach so ein paar Ideen, wie man das strukturieren könnte und so weiter. Sowas in die Richtung.

[0:05:25.3] I: Wenn wir jetzt mal an die Aufgabe denken, die ihr bekommen habt. Das war mit dieser E-Mail und dieser Stellnahme und so weiter. Wie authentisch findest du das? 

[0:05:35.2] B: Das war ziemlich, also ich fand das ziemlich authentisch, ja. Das war, ja, realitätsgetreu. Da war nicht zu sehr hoch spekuliert und so weiter. Also das fand ich eigentlich, war schon super, ja. 

[0:05:50.8] I: Und wie hat dir das, was ihr im Unterricht dazu gemacht habt, zur Bearbeitung der Aufgabe geholfen? 

[0:05:56.4] B: Können Sie die Frage nochmal anders formulieren? 

[0:06:03.5] I: Also ihr habt ja im Unterricht dazu gearbeitet, diese Broschüre zu erstellen und habt ja verschiedene Sachen dazu gemacht. Wie hat dir das geholfen? 

[0:06:12.4] B: Zum Verständnis des Themas? 

[0:06:14.7] I: Ja, das auch, aber auch um die Aufgabe zu bearbeiten. 

[0:06:17.9] B: Ja, also... Ich weiß nicht, wie ich jetzt darauf antworten soll. 

[0:06:27.2] I: Dann machen wir es vielleicht anders. Ihr habt das ja in Gruppen gemacht. 

[0:06:32.3] B: Ja. 

[0:06:32.8] I: Wie ist es für dich, in deiner Gruppe zu arbeiten? 

[0:06:34.9] B: Geht. Es ist halt einfach von Klasse zu Klasse unterschiedlich. Bei unserer Klasse habe ich das Gefühl, dass es für generelle gesellschaftliche Probleme einfach zu wenig Interesse gibt. Deswegen sind die Leute meiner Gruppe auch nicht so dahinter, sich dafür überhaupt zu interessieren. Ich finde das halt so langweilig und so weiter. Was ich auch irgendwo verstehen kann. Aber ja, also ein bisschen, im Prinzip, übernehme ich da so die Führung, wenn man das jetzt mal so sagen kann. Und ja, genau. 

[0:07:15.2] I: Und welche Rolle spielt das Arbeiten in der Gruppe für die Aufgabenstellung? Na gut, hast du eigentlich eben schon gesagt. 

[0:07:26.1] B: Naja, also das ist... 

[0:07:28.4] I: Willst du noch was ergänzen? 

[0:07:30.2] B: Naja, nö. Auf die Frage, dass es wichtig ist, dass man zusammenarbeiten würde. Weil so kann man eben verschiedene Perspektiven sehen oder in Betracht ziehen und so weiter. Ein Austausch ist einfach wichtig. 

[0:07:47.2] I: Und wie hat dir der Austausch geholfen? Oder wie hast du den Austausch empfunden? 

[0:07:54.4] B: Naja, dadurch, dass die Leute meiner Gruppe sich nicht so dafür interessieren und sich schon damit befasst haben, war ich mäßig so der Experte, wenn man das jetzt so sagen kann, in der Gruppe. Und habe deswegen nur so wegleitende Argumente gebracht und so weiter. Also viel Austausch gab es ja jetzt eben nicht. 

[0:08:14.4] I: Okay. Und wenn du jetzt so dein Arbeitsverhalten im Unterrichtsprojekt der letzten Woche mit dem Arbeitsverhalten im sonstigen Unterricht vergleichst, stellst du da irgendwelche Unterschiede fest? 

[0:08:23.7] B: Also, ja schon. Einfach dieser Aspekt, dass das jetzt hier in so einer Studie passiert, das finde ich einfach cool, dass man einfach auch mal ein bisschen was Außerschulisches mit einbezieht und so weiter. Deswegen arbeite ich da auch lieber als im Unterricht. Ja, genau. 

[0:08:46.1] I: Und das ist hauptsächlich daran, dass ich jetzt als externe Person da noch mit dazukomme, dass das für dich jetzt so... 

[0:08:54.2] B: Ja, und einfach auch, weil das ein aktuelles Thema ist und so weiter. Und da finde ich das einfach auch wichtig, dass man darüber auch in der Schule dann redet. Oder beziehungsweise halt auch das so ausführlich macht.

[0:09:04.1] I: Okay. Ihr habt ja auch Materialien bekommen, um die Aufgaben zu bearbeiten. Das waren ja diese Textsammlung, die Erklärvideos, die Arbeitsblätter, die Hilfekarten. Wie hat dir das geholfen bei der Erstellung der Broschüre? 

[0:09:18.3] B: Also, doch, also schon gut. Also die Erklärvideos und Arbeitsblätter, die waren gut. Die haben gut dazu beigetragen, dass man das eben machen konnte. Ja. 

[0:09:31.3] I: Und inwiefern haben die dazu beigetragen? 

[0:09:38.1] B: Na, einfach, weil das gut erklärt wurde. Und Aspekte halt noch mal erklärt wurden. 

[0:09:45.2] I: Und hat das, was du dort gelesen oder was du dort erfahren hast, auch einen Einfluss darauf gehabt, wie du darüber denkst über das Thema – Kohleausstieg vorziehen: ja/nein? 

[0:09:55.1] B: Theoretisch ja, weil es ja einfach meine Meinung im Prinzip damit auch noch verstärkt hat, dass es eben zwar positive Seiten gibt, aber eben diese negativen Seiten, die darf man eben nicht außer Acht lassen. 

[0:10:09.4] I: Okay. Dann bin ich jetzt, ach nee, hier eine Frage habe ich noch. Wie wichtig ist dir denn das Thema, das in den letzten Wochen bearbeitet wurde, für dein Leben außerhalb der Schule? 

[0:10:22.0] B: Also ich finde es erstmal im Generellen wichtig, dass es überhaupt gemacht wird, weil einfach, ich finde generell, unsere Gesellschaft hat einfach viel zu wenig Interesse daran, sich an solchen Diskussionen zu beteiligen und sich mit solchen Themen zu beschäftigen, einfach weil es ja auch deren Zukunft ist. Also ich finde es einfach wichtig, dass man darüber redet und so weiter, und dass es gut ist, dass man das eben macht, um die Interesse zu wecken. 

[0:10:50.7] I: Schön, danke. Hast du noch irgendwelche Fragen zum Thema? 

[0:10:56.5] B: Nee, eigentlich nicht. 

[0:10:59.1] I: Möchtest du noch irgendwas ergänzen? Irgendwas, was noch nicht angesprochen wurde? 

[0:11:03.4] B: Also das ist jetzt vielleicht ein bisschen weit hergeholt, aber ich finde es so, dass man Atomkraft vor allem auch, dass man da einfach, irgendwie habe ich das Gefühl, dass man da vorherige Schüsse zieht und so weiter. Man sagt irgendwie, Atomkraft ist super schlecht und so weiter, aber im Prinzip ist es doch mit die grünste Energiequelle so in die Richtung. 

[0:11:31.4] I: Es ist auf jeden Fall CO2 ärmer als andere. 

[0:11:34.4] B: Ja, und die Lagerung ist ja das Problem. Aber da denke ich mir dann halt so, ja das ist jetzt halt kacke, wenn wir jetzt über Atome irgendwie unter der Erde lagern müssen und so weiter, aber ist das nicht ein bisschen besser, als wenn wir die ganze Zeit irgendwelche Schadstoffe in unsere Luft schmeißen und damit das alles weiter vorantreiben und anstatt wir in der Forschung und so weiter mehr investieren, damit wir vielleicht eben einen Weg finden, diesen Atommüll dann zu entsorgen und so, wäre das ja dann eigentlich auch mehr oder weniger geklärt.

[0:12:10.4] I: Auch spannend. 

[0:12:11.4] B: Ja, also ist jetzt ein bisschen was anderes. 

[0:12:14.1] I: Ne, passt aber auch dazu. 

[0:12:15.7] B: Ja, genau. Das finde ich eben, dass Atomkraft immer ein bisschen außer Acht gelassen wird. 

[0:12:21.0] I: Okay, möchtest du vielleicht sonst noch irgendwas ergänzen? 

[0:12:25.2] B: Nö, eigentlich hab ich alles gesagt. 

[0:12:28.2] I: Okay, gut. Dann vielen Dank, dass du das Interview mit mir gemacht hast. 
