﻿[0:00:00.0] Interviewtranskript

Tag:		16.06.2023
Uhrzeit:		12:57
Ort:		Physikvorbereitungsraum, ESG Spremberg
Zeitpunkt:	nach Intervention

I: Genau, also ganz wichtig ist am Anfang, es gibt kein richtig und kein falsch, das was du sagst, es ist völlig in Ordnung so, mich interessieren deine spontanen Gedanken, deine spontanen Meinungen, wenn du auch noch was nicht weißt, ist es auch in Ordnung, alles ganz entspannt. Am Anfang brauche ich nochmal dein Pseudonym einfach laut sagen, was da rein soll, dann kann ich das zuordnen. 

[0:00:20.3] B: T, K, K, 1, 8 und A. 

[0:00:33.9] I: Alles klar, dankeschön. Ja, jetzt am Anfang, wie viele Stunden hattet ihr jetzt schon bei Frau [Name der Lehrerin] zu dem Thema? 

[0:00:43.1] B: Wir haben insgesamt drei mit ihr gehabt, aber wir hatten eine Zusatzstunde in Deutsch, wo wir das Projekt fertig, also mich fertiggestellt, die Broschüre fertig machen sollten. 

[0:00:56.5] I: Alles klar, gut. Wenn du jetzt so da zurückdenkst, was ist dir denn da so in besonderer, ist dir da irgendwas ein besonderer Erinnerung geblieben, wenn ja was? 

[0:01:06.2] B: Die, ist das auch, ich weiß nicht, ob das eine Broschüre oder so ein kleines Heft mit dem Überblick von dem, wo dann der Brief von dem Mann dort drauf war und Informationen zu einem Kraftwerk in Deutschland. Ja, und das ist so von den Stunden so. Sonst ist halt immer noch die Fragestellung, die wir beantworten sollten, wie zum Beispiel der grobe Ablauf des, von einem Atomkraftwerk, nur einem Kraftwerk, die CO2 Emission in Deutschland. Ja, und das war es so eigentlich, was noch stecken geblieben ist. 

[0:01:56.4] I: Ja, dankeschön schon mal. 

[0:01:59.8] B: Kein Problem. 

[0:02:00.4] I: Hast du noch, oder was ist denn jetzt so deine spontane Meinung jetzt in diesem Moment zum eventuellen vorziehendes Kohleausstiegs von 2038 in 2030? 

[0:02:09.1] B: Also, warte, ich muss das erstmal so. Ich finde es eigentlich gut, aber ich finde, wir sollten das langsam angehen und gucken, ob es auch wirklich funktioniert, die  ganzen Energien, die wir ja durch Kohle und so bekommen, dass wir das ausgleichen können mit was anderem zum Beispiel. 

[0:02:33.5] I: Und wie bist du zu dieser Meinung gekommen? 

[0:02:36.4] B: Recherche, würde ich sagen. Immer mal wieder so geguckt. Eigentlich ist das ja auch ein bisschen logisch zu denken, dass wir was zum Ausgleich brauchen. 

[0:02:51.0] I: Und was an dem Unterricht zu dem Thema hat zu dieser Meinung beigetragen? 

[0:02:55.7] B: Die Aufgabe mit Vorteilen und Nachteilen, was zu dem Kohleausstieg führen. Also einfach nur die Vor- und Nachteile zum Ausstieg des Kohlekraftwerks. 

[0:03:10.8] I: Also das, was du recherchiert hast?

[0:03:12.1] B: Ja.

[0:03:12.5] I: Okay. Wie war denn so deine Einstellung zu dem Thema oder zu der Frage vor dem Unterrichtsprojekt? 

[0:03:18.4] B: Also ich wusste immer so ein bisschen was, da wir ein WHT Kraftwerke auch schon behandelt haben, aber jetzt nicht so viel wie mithilfe der Broschüre zum Beispiel. 

[0:03:31.5] I: Kurze Frage für mich, ich komme aus Sachsen: WHT, Wirtschaft, Haushalt, Technik? 

[0:03:36.6] B: Wirtschaft, Arbeit, Technik. 

[0:03:38.5] I: Damit ich das einordnen kann. 

[0:03:42.1] B: Ja, alles gut.

[0:03:45.0] I: Was wusstest du schon vorher zum Thema Kohleausstieg, Energieversorgung? 

[0:03:52.3] B: Also ich wusste, dass wir auf jeden Fall den Ausstieg planen. Ich weiß aber nicht mehr genau, welche Länder. Also ich wusste vorher von ein paar Ländern, die das schon gemacht haben, also die schon ausgestiegen sind. Dass das halt ein Problem ist und wir auch. Aber ich weiß nicht, wo das steht, der Tagebau, der jetzt geschlossen werden sollte. Dadurch, dass der in den Nachrichten öfters mal ist, wusste ich da auch ein bisschen. 

[0:04:20.6] I: Ach, meinst du das jetzt hier in Süddeutschland? Meinst du den oder hier in der Region?

[0:04:25.2] B: Hier in der Nähe ist einer, der jetzt geschlossen wird und dann aufgefüllt wird. 

[0:04:32.4] I: Was hast du da in den letzten Wochen vielleicht auch Neues erfahren? 

[0:04:38.0] B: Auf jeden Fall wusste ich, also ich kann auch das Wort zwar nicht richtig erklären, aber ich weiß jetzt mehr über diese CO2-Emissionen, weil ich konnte vorher, das Wort hat mir ja gar nichts gesagt. Durch die Recherche, würde ich sagen, weiß ich da ein bisschen mehr darüber Bescheid und wie viel wir überhaupt nutzen. Ich fand die Zahl sehr groß. Es war irgendwas mit sechs Millionen oder mehr. Ich weiß es nicht ganz. 

[0:05:04.4] I: Ist okay. Wie sehr interessierst du dich denn für das Thema Kohleausstieg oder Energieversorgung? 

[0:05:11.9] B: Also eigentlich ist das nicht so mein Fachgebiet, aber ein bisschen Interesse ist schon dort, aber ich kenne mich halt nicht wirklich aus damit. 

[0:05:26.2] I: Hat sich das Interesse durch den Unterricht in den letzten Wochen irgendwie geändert? Falls ja, inwiefern? 

[0:05:31.4] B: Also ich bin öfters am Suchen nach Neuigkeiten, ob es jetzt schon weitere Informationen gibt, wie das mit dem Kohleausstieg und so funktionieren sollte. 

[0:05:41.3] I: Und wie wichtig ist dir das Thema, das du jetzt bearbeitet hast für dein Leben außerhalb der Schule? 

[0:05:50.8] B: Ich... Das ist eine gute Frage. Also wirklich viel... Ich denke schon... Ach. 

[0:06:10.2] I: Nimm dir die Zeit, die du brauchst. 

[0:06:12.5] B: Wie sage ich das? Also ich achte nicht wirklich drauf, sagen wir mal so, bloß halt hier in der Schule ist es verstärkt, da wir uns da ja auf das Thema konzentrieren. Aber sobald ich jetzt zum Beispiel aus dem Schulgelände rausgehe, vergesse ich das öfters dann halt einfach. Dadurch würde ich jetzt nicht sagen, dass ich da so stark drauf achte. 

[0:06:36.4] I: Alles klar. Ihr habt ja diese Aufgabe bekommen, diese Broschüre zu erstellen, auch mit dieser E-Mail, auch diese Stellungnahme zu schreiben. Wie authentisch findest du das? 

[0:06:50.5] B: Was? 

[0:06:54.0] I: Wie authentisch? Also wie realitätsnah? 

[0:07:00.2] B: Also ich würde schon denken, dass das definitiv passieren könnte, auch an unserer Schule, dass wir zum Beispiel jetzt so einen Brief kriegen könnten mit Möglichkeiten, wie man das zum Beispiel machen könnte oder was da zum Beispiel für Probleme dann kommen. Also ich denke, das könnte definitiv passieren. 

[0:07:22.4] I: Und wie hat dir das, was ihr im Unterricht gemacht habt, bei der Bearbeitung der Aufgabe geholfen? 

[0:07:30.7] B: Also im Sinne jetzt von Recherchen und so? 

[0:07:41.4] I: Ja, zum Beispiel. Also alles Mögliche, was ihr im Unterricht gemacht habt. 

[0:07:45.0] B: Also ich finde das Material, die, zum Beispiel diese Videos, die wir uns dazu angeguckt haben, ich fand die waren hilfreich. Die haben dann nochmal alles genauer erklärt. Ich konnte mir dann zum Beispiel aber nicht alles in dem Video merken oder was auch immer. Das ging etwas schnell. Aber es hat geholfen, mir mehr Wissen für das Thema zu finden. 

[0:08:07.0] I: Wir können ja mal weiter über die Materialien nachdenken. Du hast jetzt die Videos angesprochen. Ihr habt ja auch noch diese Textsammlung, diese Broschüre, die du am Anfang gleich genannt hast. Wie sehr hat dir die geholfen? 

[0:08:17.8] B: Ich würde sagen, die hat bei der Gliederung, also was zum Beispiel wichtig ist bei den Broschüren, sehr geholfen. Da ja dort zum Beispiel wichtige Informationen drinne standen, die auf jeden Fall in die Broschüre rein mussten. Ja, es hat halt bloß gestört, weil ich bin so ein Mensch, ich markiere mir gerne im Text was und das durften wir ja dann nicht, aber das ist nicht so das große Drama gewesen. 

[0:08:43.4] I: Und die anderen Sachen, die ihr bekommen habt, so die Arbeitsblätter, die Hilfekarten? 

[0:08:47.9] B: Die haben wir auch, würde ich sagen, sehr gut genutzt. 

[0:08:51.8] I: Und haben diese Materialien und die Texte, die du bekommen hast und die Videos irgendwie einen Einfluss darauf gehabt, wie du darüber denkst, wie du die Stellungnahme geschrieben hast? 

[0:09:03.2] B: Das würde ich jetzt nicht wirklich so sagen. Ich finde, da hat mir diese Vor- und Nachteile, dass ich da einen konkreten Blick noch mal drauf bekommen. 

[0:09:16.8] I: Also du hast dann selber Vor- und Nachteile dir zusammengesucht und aufgelistet und daraus hast du dann deine Meinung gebildet. Habe ich das richtig verstanden?

[0:09:23.5] B: Ja, das ist richtig so. 

[0:09:26.3] I: Ich muss ja, nicht, dass ich dann irgendwie was reininterpretiere, was nicht richtig ist oder so. Genau. Ihr habt das ja in Gruppen gemacht, die Broschüren. Wie ist es denn für dich, in deiner Gruppe zu arbeiten?

[0:09:40.4] B: Ich finde, das Klima, kann man das so sagen, ist sehr angenehm. Wir reden über unsere Antworten zum Beispiel auch, damit jeder das Wissen hat von dem anderen. Wir haben uns zum Beispiel die Teilthemen sozusagen aufgeteilt und dann haben wir das vorgetragen, damit jeder etwas davon weiß. Dann haben wir die Gestaltung vorgezogen und wir haben auch eine Person, die kennt sich mit Kraftwerken bisschen besser aus in der Gruppe und das hat uns auch etwas geholfen, jemanden zu haben mit schon Vorwissen. 

[0:10:15.2] I: Habt ihr euch in der Klasse auch darüber ausgetauscht, über diese Frage, Ja, Nein, Kohleausstieg oder Ökostrom?

[0:10:26.4] B: Das war ganz am Anfang, wo wir im Groben, sagen wir so, über das Thema geredet hatten. Ein paar haben sich dazu geäußert, aber es mussten sich nicht alle dazu melden. Sonst in der Klasse war es eigentlich ruhig. Wir sollten jeder seine Dinge halt machen. 

[0:10:49.1] I: Und hat das, was da gesagt wurde, einen Einfluss darauf gehabt, wie du über das Thema denkst? 

[0:10:55.8] B: Es waren zwei, die meine Meinung dort vertreten hatten. Ich wusste schon ein bisschen, aber manche haben dann auch gesagt, dass sie das nicht wollen, weil das genau das Problem mit diesen keine Möglichkeiten, das auszugleichen, vertreten. Das war halt auch nachvollziehbar, sagen wir so. Danach hat sich, würde ich sagen, auch ein bisschen die Meinung gedreht, dass man erst einen Ausgleich finden müsste. 

[0:11:31.4] I: Und jetzt habe ich meine Frage vergessen. Alles gut, ich glaube, du hast sie auch sogar schon selber beantwortet. Also hat das, würdest du, also Moment. 

[0:11:46.1] B: Alles gut. 

[0:11:48.4] I: Wenn du das jetzt so einschätzt, das, was dort gesagt wurde, im Vergleich zu dem, was du recherchiert hast, mit dieser Pro-Contra-Liste, würdest du sagen, hat jetzt einen größeren Einfluss darauf gehabt, was gesagt wurde? Oder wie du darüber denkst? 

[0:12:04.1] B: Also ich denke, das waren dann doch die Liste, die ich mir selber gemacht habe, weil so aussagekräftig waren die Aussagen von den anderen jetzt auch nicht. Die haben vielleicht ein paar Beispiele genannt. Aber ich hatte ja dann, man hatte eine komplette Pro- und Kontraliste, wo man sich alles nochmal gegenübergestellt hat. 

[0:12:22.5] I: Und wie war das so für dich, wenn dann jetzt die anderen beiden Leute in der Klasse was gemeint haben, was deiner Meinung jetzt noch nicht so entsprochen hat? 

[0:12:31.7] B: Ja, also da es hat mich halt nicht wirklich gestört in dem Sinne. Ich habe auch nicht wirklich weiter mit denen darüber geredet. Also ich habe es halt aufgenommen, dass das so ist. 

[0:12:59.3] I: Also hast du jetzt da irgendwie intensiver drüber nachgedacht oder eher weniger? Oder hast du das einfach hingenommen und dann weiter gesagt, ich mache das jetzt ganz rational mit meiner Liste? Wie kann ich mir das vorstellen? 

[0:13:11.5] B: Also ich habe es jetzt nicht intensiv weiter nachgeguckt, aber ich habe es auch nicht vernachlässigt in dem Sinne. Ich habe es halt mit aufgeschrieben, was das Argument war und habe es halt ein bisschen auch mit in Betracht gezogen. 

[0:13:23.4] I: Gut, gleich haben wir es geschafft. Wenn du jetzt so dein Arbeitsverhalten im Unterrichtsprojekt der letzten Woche mit dem Arbeitsverhalten im sonstigen Unterricht vergleichst, stellst du da irgendwelche Unterschiede fest? 

[0:13:35.4] B: Ich muss sagen, ich versuche konzentrierter zu arbeiten. Ich würde auch sagen, ein bisschen konkreter und ausführlicher, damit ich es den anderen halt erklären kann, weil ich dann das Gefühl habe, dass ich, wie sagt man das, so eine Art Lehrer, ich versuche denen beizubringen, was ich dort gelernt habe. 

[0:13:56.1] I: Okay, und warum unterscheidet sich das irgendwie, das Arbeitsverhalten? 

[0:14:00.0] B: Ich finde, wenn man jetzt in der Großklasse arbeitet, tut man sich jetzt nicht konzentrieren, was ich zu einer anderen Person oder so erklären muss, sondern eher: "Ich mache meine Aufgaben, bin fertig", wenn ich es richtig habe, super, wenn ich es falsch habe, dann "Was habe ich falsch gemacht?", Fehler korrigieren und das halt in Stillarbeit sozusagen. 

[0:14:19.4] I: Okay, hast du noch irgendwelche Fragen, möchtest du noch irgendwas ergänzen? 

[0:14:24.0] B: Ähm, nein. Eigentlich alles geklärt. 

[0:14:28.7] I: Dann danke ich dir, dass du das Interview mit mir gemacht hast. 
