﻿[0:00:00.0] Interviewtranskript

Tag:		16.06.2023
Uhrzeit:		12:23
Ort:		Physikvorbereitungsraum, ESG Spremberg
Zeitpunkt:	während Intervention, nach zweiter Stunde

I: Ja, nochmal zu mir. Ich bin Paul Böning von der TU Dresden. Hast ja meinen Namen bestimmt schon gelesen bei den Elternbriefen und vielleicht auch auf den Arbeitsblättern. Ich forsche eben, wie ihr hier im Physikunterricht lernt und an dem Unterrichtsprojekt, wie ihr dazu zu eurer Meinung kommt. Und dazu mache ich jetzt dieses Gespräch mit dir. Das dauert so zehn Minuten ungefähr. Es gibt keine richtigen und keine falschen Antworten. Das, was du sagst, das ist voll in Ordnung so. Es hat auch keinen Einfluss auf eure Note oder was weiß ich. Alles, das, was du sagst, ist in Ordnung. Wenn du mal nicht antworten kannst, ist es auch in Ordnung. Hast du irgendwelche Fragen dazu bis jetzt? 

[0:00:35.8] B: Nö. 

[0:00:36.5] I: Nö, okay. Dann brauche ich ganz am Anfang mal dein Pseudonym. Einfach laut sagen, damit ich das dann zuordnen kann. Hier oben sind noch die Felder. 

[0:00:46.8] B: U, R, K, 8, 9, S. 

[0:00:57.8] I: Dankeschön. Gut, ja, dann, weil ich jetzt gerade nicht weiß, aus welcher Klasse du kommst, wie viele Stunden hattest du jetzt schon mit dem Unterrichtsprojekt mit Frau [Name der Lehrerin]? Ein oder zwei? 

[0:01:08.7] B: Zwei. 

[0:01:10.6] I: Zwei, okay. Ja, wenn du so daran zurück, wenn du dich da so zurückerinnerst, ist dir da irgendwas in Erinnerung geblieben? Irgendeine Information oder was ähnliches, was besonders hängen geblieben ist? 

[0:01:23.2] B: Wir haben ja diesen Flyer erstellt und da hatten wir einmal darüber geredet, dass auch Arbeitsplätze an den Kraftwerken liegen und grundsätzlich auch darüber, über den Treibhauseffekt, den menschengemachten. Und wir hatten, glaube ich, auch, wie das Grundprinzip eines Kraftwerks funktioniert, das hatten wir auch gehört. 

[0:01:53.3] I: Ja, schön. Hast du irgendwelche Fragen zu dem Thema aktuell? 

[0:02:00.8] B: Nein. 

[0:02:02.6] I: Okay, und was ist denn so jetzt deine spontane Meinung, jetzt in diesem Moment, zum eventuellen Vorziehen des Kohleausstiegs von 2038 auf 2030? 

[0:02:14.6] B: Also an sich finde ich es grundsätzlich gut, dass man so schnell wie möglich da aussteigt, wegen dem Treibhauseffekt, aber ich weiß nicht, ob es so schnell machbar wäre von den Arbeitsplätzen und allgemein her.

[0:02:31.7] I: Und wie bist du zu der Meinung gekommen? 

[0:02:35.0] B: Also auch etwas durch den Unterricht, das mit den Arbeitsplätzen noch mal, dass man das so weiß und sonst auch durch Persönliches, selber zu lesen. 

[0:02:47.1] I: Interessierst du dich ja irgendwie besonders für das Thema, wenn du jetzt sagst, persönlich zu lesen, oder wie kann ich mir das vorstellen? 

[0:02:55.2] B: Also ich habe mir schon mal ein paar Videos oder ein bisschen was dazu angeschaut, grundsätzlich. 

[0:03:00.6] I: Jetzt schon vor dem Unterrichtsprojekt oder erst durch das Unterrichtsprojekt? 

[0:03:04.5] B: Eigentlich auch schon vorher. 

[0:03:07.2] I: Okay, und wie war denn so deine Einstellung zu dem Thema Kohleausstieg, Energieversorgung, Klimaschutz usw. davor, vor dem Unterrichtsprojekt? 

[0:03:15.6] B: Eigentlich auch schon eher so, dass man halt möglichst schnell aussteigen sollte. 

[0:03:23.3] I: Was wusstest du schon vorher zum Thema Kohleausstieg? Vielleicht kannst du dann noch mal ein bisschen mehr dazu erzählen. 

[0:03:33.0] B: Also ich wusste auch schon eigentlich wie der Treibhauseffekt so funktioniert und auch eigentlich auch schon die Funktionsweise eines Kraftwerks. Also jetzt noch nicht speziell eines Kohlekraftwerks, aber wir hatten auch schon mal im Unterricht über Atomkraftwerke. Das wusste ich auch noch kurz, wie da die Funktionsweise ist. 

[0:03:58.0] I: Ja, spannend. Was hast du da jetzt in den letzten zwei Wochen im Unterricht Neues erfahren vielleicht auch? 

[0:04:08.1] B: Also die Funktionsweise eines Kohlekraftwerks war jetzt noch neu. Und auch worüber wir dann geredet haben, was da noch mit der praktischen Umsetzung war, mit den Arbeitsplätzen und sowas, das war auch da noch neu. 

[0:04:25.6] I: Und du hast es ja vorhin schon mal angesprochen, aber trotzdem noch mal, wie sehr interessierst du dich jetzt für das Thema Energieversorgung so allgemein? So wenn jetzt nur mal zu deinen persönlichen Interessen. 

[0:04:37.0] B: Also ich würde mich schon dafür interessieren. Also ich hatte das schon mal nach dem Video dazu angeschaut. 

[0:04:45.8] I: Hat sich das irgendwie geändert durch den Unterricht, dass du jetzt sagst, das interessiert mich jetzt mehr, das möchte ich mehr erfahren oder ist es eher so, hat mich vorher schon interessiert, geht jetzt weiter oder jetzt finde ich es langweiliger. 

[0:05:00.7] B: Also es hat mich einher schon vorher interessiert. 

[0:05:08.3] I: Wenn wir jetzt mal an die Aufgabenstellung denken, die ihr bekommen habt, ihr hattet ja diese E-Mail von dem Vater gekriegt, der ja da diese Bedenken hatte. Wie authentisch findest du das? 

[0:05:20.3] B: Also das hat schon eigentlich Sinn ergeben, die Aufgabenstellung, also auch die E-Mail. 

[0:05:27.7] I: Und wie hat dir das, was ihr im Unterricht gemacht habt, zur Bearbeitung der Aufgabenstellung geholfen? 

[0:05:35.1] B: Also mit den Videos, das war eigentlich auch immer ganz gut. Also dadurch hat man es eigentlich auch besser verstanden. 

[0:05:44.2] I: Okay, und wenn wir an die anderen Materialien denken, die ihr bekommen habt, also ihr habt ja diese Textsammlung gekriegt, die Arbeitsblätter und auch diese Hilfekärtchen, wie haben dir die geholfen? 

[0:05:57.2] B: Also das hat natürlich auch geholfen, aber ich fand jetzt persönlich die Videos mit am besten. 

[0:06:01.9] I: Okay. Und haben die Materialien und Texte, die ihr jetzt da hattet, haben die einen Einfluss darauf gehabt, wie du über das Thema denkst, über die Frage, Kohleausstieg vorziehen, ja/nein, oder Ökostrom, ja, nein? 

[0:06:20.1] B: Also die E-Mail mit den Arbeitsplätzen, das hat schon ein bisschen einen Einfluss auch mitgehabt. Und ich wusste vorher auch nicht, da gab es auch einen Text, dass also ziemlich viele in Europa der schädlichsten Kraftwerke mit in Deutschland stehen, das wusste ich so vorher auch noch nicht, das war auch dann nochmal neu. 

[0:06:41.7] I: Und beeinflusst das jetzt, wie du darüber denkst? 

[0:06:46.0] B: Ja, also schon in einer gewissen Weise, also ich habe halt vorher noch eher so gedacht, dass Deutschland jetzt nicht so doll dran beteiligt ist an dem Klimawandel und dass da jetzt nicht so ein Unterschied machen wird, ob Deutschland aussteigt oder nicht, aber das war mir halt vorher nicht so bewusst gewesen, dass halt so viele da von den Schädlichsten mit in Deutschland stehen. 

[0:07:11.9] I: Okay. Ihr erstellt ja die Broschüre in Gruppen. Und wie ist es denn für dich, in deiner Gruppe zu arbeiten? 

[0:07:22.5] B: Also das macht eigentlich Spaß mit Gruppenarbeit und so. Ich fand das jetzt besser als normalen Unterricht. 

[0:07:31.9] I: Okay. Und welche Rolle spielt die Arbeit sonst in der Gruppe für dich jetzt für die Arbeit und die Aufgabe? Also warum findest du es besser? Vielleicht so formuliert.

[0:07:42.3] B: Naja, so in Gruppen macht es halt ein bisschen mehr Spaß und man kann sich da auch besser darüber austauschen und manchmal wissen halt andere über eine gewisse Sache dann mehr, die man selber nicht versteht oder man selber weiß dann etwas mehr, das funktioniert meistens dann auch besser, als wenn man die Aufgabe einfach so kriegen würde. 

[0:08:03.2] I: Habt ihr euch in der Klasse oder in der Gruppe schon über die Frage ausgetauscht, vorziehen ja/nein, Ökostrom ja/nein? 

[0:08:10.9] B: Na, also wir haben das jetzt im Unterricht gemacht, aber so privat? 

[0:08:18.0] I: Ja, privat, informell. 

[0:08:20.4] B: Eigentlich eher nicht. 

[0:08:22.4] I: Eher nicht. Und auch so, wenn ihr euch in der Gruppe gearbeitet habt, habt ihr da auch irgendwie schon Argumente ausgetauscht oder noch nicht? 

[0:08:31.6] B: Naja, so halt zum Unterricht bezogen, wie wir die Broschüre da machen, aber jetzt nicht so eher im Privaten, sondern ja, auf die Broschüre dann bezogen. 

[0:08:43.2] I: Ah, okay. Und wenn du jetzt mal dein Arbeitsverhalten in dem Unterrichtsprojekt der letzten Wochen mit deinem Arbeitsverhalten im sonstigen Unterricht vergleichst, stellst du da irgendwelche Unterschiede fest? 

[0:08:55.0] B: Also es ist halt mehr dadurch, dass man da halt dann etwas erstellt, macht man halt in dem Sinne mehr. Also sonst bei den Aufgaben, wenn man einfach nur Aufgaben bekommen hat, war halt nicht das Engagement so da. Also da hab ich halt zum Beispiel dann, wenn ich's verstanden hab, auch nicht so viele Aufgaben gelöst, weil es einfach nicht mehr so viel Spaß oder Lust gemacht hat. Aber bei dem Flyer ist ja dann mehr dahinter, dass man da was erschafft. Das ist eigentlich schon besser so. 

[0:09:26.2] I: Also hab ich das jetzt richtig verstanden, dass für dich so, dass du am Ende was machst, dass dich das jetzt mehr motiviert hat, da mitzumachen? 

[0:09:36.3] B: Ja. 

[0:09:37.2] I: Jetzt unabhängig davon, welches Thema das ist, also wenn wir uns jetzt vorstellen, du sollst so einen Flyer erstellen zum Thema Druck oder so, also wenn du da irgendwie sowas machen solltest, wärst du da auch motivierter dabei oder spielt da das Thema noch irgendeine Rolle? 

[0:10:03.1] B: Also das Thema spielt auch noch eine Rolle, aber ich fand das grundsätzliche Prinzip auch was. 

[0:10:09.3] I: Okay. Gut. Ich bin gleich mit meinen Fragen durch. Ach nee, eine hab ich noch. Wie wichtig ist dir denn das Thema, das du in den letzten Wochen bearbeitest, für dein Leben außerhalb der Schule? 

[0:10:23.4] B: Also es interessiert mich halt auch schon. Also jetzt richtig, ja es interessiert mich halt, aber es spielt jetzt auch nicht so eine große Rolle von irgendwelchen Entscheidungen. 

[0:10:41.2] I: Hast du irgendwelche familiären oder sozialen Bezüge zu dem Thema? 

[0:10:45.7] B: Also eigentlich eher nicht. Also es gibt glaube ich von meinem Vater einen Cousin oder so, der arbeitet glaube ich bei der LEAG, aber sonst eigentlich auch nicht so. 

[0:11:02.7] I: Spielt jetzt für dich eher weniger eine Rolle, wenn ich das richtig verstehe.

[0:11:05.5] B: Ja. 

[0:11:06.2] I: Okay. Gut. Hast du jetzt noch irgendwelche Fragen zum Thema? Möchtest du was ergänzen? 

[0:11:12.5] B: Nein. 

[0:11:14.7] I: Gut. Dann danke ich dir ganz herzlich, dass du das Interview mit mir gemacht hast. 
