﻿[0:00:00.0] Interviewtranskript

Tag:		16.06.2023
Uhrzeit:		11:59
Ort:		Physikvorbereitungsraum, ESG Spremberg
Zeitpunkt:	während Intervention, zu Beginn zweiter Stunde

I: Ja, also wie ich Ihnen gesagt habe, keine falschen Antworten. Alles, was du sagst, ist in Ordnung so. Mich interessiert einfach deine spontane Meinung, deine Eindrücke. Damit ich das dann alles zuordnen kann, brauche ich mal dein Pseudonym. Einfach laut sagen, was da rein muss. 

[0:00:13.2] B: Das wäre der Buchstabe meines Vornamens. I, G, K, 27 und S. 

[0:00:24.8] I: Wunderbar. Dankeschön. Ja, was ist denn so, wenn du an die letzte Stunde zurückdenkst, und die Stunde jetzt halt noch nicht, ist denn da irgendwas besonderer in Erinnerung geblieben, irgendein Fakt oder irgendwas, was in Erinnerung geblieben ist? 

[0:00:43.3] B: Ja, also zum Thema Energie- und Kohlekraftwerk. Mein Vater arbeitet ja auch hier im Kraftwerk Schwarze Pumpe. Das ist auch was Tolles dran. Mich interessiert das auch natürlich und ich habe da jetzt viel mitgenommen. Ich bin auch ziemlich in dem Thema drin. Es macht mir auch Spaß, das jetzt zu machen. Ich finde das auch ziemlich toll, dass Sie hierher gekommen sind und so, weil das ist was anderes und was Tolles. Ja, also, wir haben ja rausgesucht, wie gesagt schon, ob das jetzt gut ist oder schlecht, Ökostrom oder nicht. Und ja, wir sind halt am Rausfinden und ich habe da trotzdem so meine Meinung dazu, dass ich trotzdem eher für Kohlekraftwerke bin, anstatt noch für Ökostrom. Aber ja, es gibt natürlich auch andere positive Fakten, die wir da rausgenommen haben, die ich jetzt mit rausgenommen habe aus dem Unterricht. 

[0:01:29.5] I: Ja, was hast du denn da so rausgenommen? Kannst du vielleicht mal so ein, zwei Sachen aufzählen? 

[0:01:34.2] B: Einerseits für Kohlekraftwerke, wenn wir jetzt beim Beibehalten bleiben. Naja, sie sind halt erstmal ziemlich zuversichtlich, dass sie jetzt auch schon eine ganze längere Zeit laufen, da ja auch Kohle überall abgebaut wird und so, da es ziemlich groß ist. Ja, LEAG ist auch ein großes Unternehmen. Also, für Ökostrom, halt so Windräder oder so, ist es natürlich gut, weil es klimaneutraler ist und halt diese CO2-Emissionen und das ganze Zeug nicht mehr ist. Und, wo waren wir? Ja, es ist aber auch, weil Windräder und Solarenergie ist ja dann das, was am meisten mitgenutzt wird und jetzt auch schon gebaut wird. Also, ich finde, es ist gut, ja, natürlich, aber es gibt natürlich auch so Nachteile, wenn keine Sonne scheint oder halt auch kein Wind ist, ist es natürlich schwierig. Das ist halt, ja, ziemlich Problemfakt für mich. 

[0:02:26.6] I: Ja, spannend. Du hast ja jetzt eben schon gesagt, dass du also für die Kohlekraftwerke bist, also dann wahrscheinlich auch gegen das Vorziehen, nehme ich jetzt mal an. Kannst du vielleicht noch mal ausführen, wie du zu dieser Meinung gekommen bist? 

[0:02:41.0] B: Zu dieser Meinung? Ja, also, naja, wie gesagt, mein Vater arbeitet da halt. Einerseits, ich will auch nicht, dass er seinen Job verliert, ja, das ist natürlich der erste Fakt, aber, wie gesagt, ich finde es sicherer durch diese Kraftwerke, dass wir da Strom bekommen, weil ich habe Angst, zum Beispiel, wenn wir wirklich keine Kraftwerke machen, wir bauen E-Autos und alles, es wird ja viel elektrisiert jetzt, wenn es wirklich eintritt, dass wir keinen Strom mehr haben, dass der Fall kommt, weil Sonne oder sowas nicht scheint oder irgendwas nicht hinhaut, dann wäre es natürlich blöd, weil wir dann die ganze Infrastruktur auch zusammenbricht, weil wir dann keinen Strom mehr haben. Also, es ist halt so ein bisschen Angst davor, aber man muss es natürlich ausprobieren, ansonsten funktioniert das nicht. 

[0:03:24.9] I: Ja, spannend. Hat denn an dem Unterricht, was du jetzt hattest letzte Woche, schon irgendwie was zu dieser Meinung beigetragen, oder war das alles schon vorher so, durch deinen Vater und dass du das vorher schon wusstest? 

[0:03:38.3] B: Das war auch ziemlich vorher, wir reden ja auch viel zu Hause und so. 

[0:03:41.9] I: Und aus dem Unterricht kam da schon irgendwie, hat das noch was dazu beigetragen, ein Argument mehr gebracht oder in die Richtung? 

[0:03:48.9] B: Seitdem ich mich damit beschäftige, also finde ich auch, dass Ökostrom trotzdem wichtig ist, also jetzt im Unterricht, davor habe ich ja wirklich ziemlich dagegen geschossen, muss ich sagen, aber mittlerweile, es ist, ja, wie gesagt, man muss es ausprobieren, probieren geht über Studieren, aber, ja, nee. 

[0:04:08.8] I: Und wenn wir jetzt mal an deine persönlichen Interessen denken, jetzt mal losgelöst davon, dass dein Vater dort arbeitet, wie sehr interessierst du dich für das Thema Energieversorgung? 

[0:04:22.7] B: Energieversorgung? So ein Mittelmaß. Ich will natürlich nicht, dass wir keine Energie haben, aber es interessiert mich schon ein bisschen, wenn wir keinen Strom mehr haben, ist es natürlich blöd, habe ich ja schon gesagt, aber so wirklich mich hineinversetzen und was dagegen unternehmen wollen, bin ich jetzt nicht so da drin. 

[0:04:50.4] I: Okay. Denk mal mal an die Aufgabenstellung, die ja jetzt eben noch mal wiederholt wurde. Wie authentisch findest du die Aufgaben? Und auch diese E-Mail, die kam von dem Vater da, wie authentisch findest du das? 

[0:05:06.3] B: Die E-Mail, also die war ziemlich gut, ja. Da waren auch gute Fakten mit drin gewesen, natürlich auch welche, die dafür und dagegen geschossen haben. Jetzt müssen wir ja heraussuchen, ob der Ökostrom gut ist, oder ob wir mehr davon machen sollen, genau. Es ist wirklich eine interessante Aufgabe, ich finde, es ist trotzdem auch wichtig, den Schülern das beizubringen, da es ja auch ein ziemlich großes Thema jetzt mittlerweile ist. Ja, also ich finde es wirklich gut. 

[0:05:36.2] I: Okay, und wie hat dir das, was ihr bisher gemacht habt, also recherchiert habt, oder auch euren anderen Aktivitäten im Unterricht zur Bearbeitung der Aufgabe geholfen? 

[0:05:47.7] B: Wir hatten ja bis jetzt erst nur eine Stunde, aber ich muss sagen, die erste Stunde kam so ziemlich zum Reinkommen erst mal in das Thema, man muss erst mal durchlesen, wir hatten ja diesen kleinen Flyer gehabt dadurch. Es ist auch ein bisschen schwierig, muss ich sagen, das alles zu verstehen, wie das abläuft, aber wenn man drinnen ist, dann geht das eigentlich ziemlich gut und macht auch wie gesagt Spaß. 

[0:06:09.8] I: Ihr macht das ja in Gruppen. Wie ist es für dich, in deiner Gruppe zu arbeiten? 

[0:06:15.8] B: Na ja, also da wir die Gruppen ja auch selber auswählen durften, finde ich, es ist ein entspannteres Klima, da ich die Leute auch kenne, und es ist immer gut mit denen, wie ich mich mit denen verständigen kann und auch gut verstehe. Das macht mir das auch ein bisschen mehr Spaß, als wenn ich das jetzt alleine machen würden oder in einer Gruppe, wo ich die Leute zum Beispiel nicht mag. 

[0:06:40.1] I: Und welche Rolle spielt jetzt das Arbeiten in der Gruppe für dich? Für das Bearbeiten der Aufgabenstellung? Also jetzt die Arbeit in der Gruppe? 

[0:06:49.2] B: Wie, welche Rolle? 

[0:06:50.5] I: Also findest du es irgendwie hilfreicher, dadurch, dass du das in der Gruppe machst, fühlst du dich dort produktiver, als wenn du es alleine machst? Oder macht es für dich keinen Unterschied, ob du jetzt alleine daran arbeitest oder in der Gruppe? 

[0:07:10.2] B: Produktiver? Also man redet natürlich auch ziemlich viel. Ich muss jetzt sagen, produktiver ist es wahrscheinlich nicht, wenn ich jetzt in Gruppen arbeite, gebe ich zu. Aber da wir ja mehr Leute sind in der Gruppe, sind auch mehr Gehirne, die denken. Und somit, wenn es mal irgendwo hart war zum Beispiel, kommt der andere und kann dir da nochmal einen Aufschwung geben. Also ich finde das, wie gesagt, ziemlich gut. 

[0:07:32.6] I: Und habt ihr euch in eurer Gruppe schon über die Fragestellung, ob das vorgezogen werden sollte oder nicht, ausgetauscht? 

[0:07:39.2] B: Da haben wir uns noch nicht wirklich ausgetauscht. Da hatten wir letzte Stunde dafür keine Zeit gehabt. 

[0:07:45.6] I: Ja, okay, gut. Dann überspringe ich die Frage. Wenn du jetzt mal so dein Arbeitsverhalten letzte Stunde vergleichst mit deinem Arbeitsverhalten im sonstigen Unterricht, stellst du da irgendwelche Unterschiede fest? Wenn ja, welche? 

[0:08:02.9] B: Dass ich definitiv mehr arbeite, ja. Also was heißt viel mehr arbeite, aber dass es mir auch Spaß gemacht hat, finde ich ist so ein Fakt. Das ist toller, sage ich jetzt mal so. Da mache ich auch mehr, bin produktiver und arbeite auch für die Gruppe. Das entwickelt sich ja zum Positiven. 

[0:08:24.2] I: Okay. Und die Materialien, die dir jetzt zur Verfügung standen, also die Textsammlung, hast du eben schon mal angesprochen, dann diese Hilfe-Karten, die vorne liegen, oder auch die Arbeitsblätter, das Erklärvideo, wie schätzt du das ein, wie sehr hilft dir das jetzt bei der Aufgabe, die Broschüre zu erstellen? 

[0:08:44.8] B: Ich muss schon sagen, es hat ziemlich geholfen. Das war ja auch alles von Ihnen, glaube, zur Verfügung gestellt, korrekt? Ja, also als wir halt die Aufgabe bekommen haben von Frau [Name der Lehrerin], meinte sie halt so, ja, dann müssen wir Textbroschüre erstellen und so, da war natürlich erst mal: Wie? Aber mit den Hilfe-Karteikarten und den Texten und alles, muss ich sagen, ging das, so sind wir auch ziemlich schnell reingekommen und es lief das ziemlich gut so. Finde ich auch gut, dass sie das so gemacht haben. 

[0:09:11.2] I: Okay, danke. Haben die Texte, die du jetzt gelesen hast, bisher schon irgendeinen Einfluss darauf gehabt, wie du über das Thema denkst? 

[0:09:26.0] B: Einen bestimmten Einfluss? Naja, man hat ja auch in manchen Texten stand ja auch drin, dass die Weltbevölkerung auch ein bisschen bedroht ist, oder zumindest manche Regionen oder so, manche Länder, weil sie es sehr schwierig haben. Muss ich natürlich sagen, ja, die Menschen tun mir leid und man muss was dagegen tun natürlich, das ist ja blöd. Das ist ein trauriges Gefühl, wie kann man das beschreiben? Aber ja, man muss auf jeden Fall was dagegen tun, aber es ist auch ziemlich interessant, das zu lesen. 

[0:09:55.9] I: Okay, also haben die Texte, die du jetzt gelesen hast, dich in deiner Meinung bestärkt oder haben die dich in deiner Meinung irgendwie herausgefordert? 

[0:10:04.2] B: Ich muss sagen, die haben mich herausgefordert, ja, weil ich war ja, wie gesagt, davon ernst, dass Kohlekraftwerke eigentlich so bleiben, und mittlerweile bin ich halt wirklich so überlegen, man muss was dagegen tun, Ökostrom ist vielleicht auch ziemlich gut, aber man sollte es trotzdem in Maßen halten und vielleicht nicht alle Kraftwerke jetzt auf einmal abschalten, wie es ja geplant ist. 

[0:10:27.2] I: Und wie sehr vertraust du den Informationen aus den Materialien? 

[0:10:33.5] B: Ja, also die Informationen sind ja jetzt von ihnen, einerseits denke ich mir dann: Warum sollte uns dann so ein netter Herr so falsche Informationen geben, oder sowas, das wär ja einerseits dumm, aber ich hab dadrüber, also wir haben das drüber gelesen, und wenn man so nachdenkt, es kann schon wirklich hinhauen, wenn man die Zusammenhänge versteht und so, das kann wirklich auch so sein, dass da manche Menschen Probleme haben, oder was weiß ich, durch dieses... Ja? Und... Ja. Also... Nee, da hab ich kurz den Faden verloren. 

[0:11:15.5] I: Du warst bei... Gott, jetzt kann ich es selber nicht wieder. Wie sehr du den Informationen vertraust, dass das sein kann mit den Zusammenhängen und so, das hast du gesagt. 

[0:11:27.9] B: Ja, nee, also ich vertraue den Informationen, ich weiß gar nicht, ob da jetzt Quellen mit drauf standen, ich glaub, Quellen waren auch irgendwo angegeben, deswegen, ich hab jetzt nicht nachgeguckt, ob die auch ziemlich seriös sind, aber ich denke natürlich mal. 

[0:11:38.3] I: Hast du noch irgendwelche Fragen zum Thema, die dich jetzt irgendwie beschäftigen? 

[0:11:43.6] B: Fragen, die mich beschäftigen? Ich würd mal gerne Ihre persönliche Meinung dazu... 

[0:11:49.7] I: Ja, du bist nicht der Erste, der das sagt. 

[0:11:52.3] B: Ja, okay, aber nee, das würde mich wirklich interessieren, was Sie dazu denken. 

[0:11:56.1] I: Das sag ich dir aber nicht. Weil mich dann am Ende, ihr habt ja dann in der nächsten Stunde, die ihr bei Frau [Name der Lehrerin] habt, nach der Stunde, werdet ihr ja noch eine persönliche Stellungnahme schreiben und die lese ich mir auch alle durch und da möchte ich dann... 

[0:12:09.0] B: Da wollen Sie nicht beeinflussen. 

[0:12:10.3] I: Richtig, und da möchte ich nicht, dass die irgendwie durch meine Meinung beeinflusst wird oder wenn ich dir jetzt meine Meinung sage, die dann noch Aspekte, dir offenbart, auf die du nicht gekommen wärst. Ich möchte schon wissen, wo du von selber drauf kommst, was du mit betrachtest und was nicht. Deswegen sage ich dir die nicht. Hast du sonst irgendwelche Fragen? 

[0:12:31.3] B: Ansonsten habe ich gerade keine Fragen. 

[0:12:34.8] I: Möchtest du noch irgendwas ergänzen? 

[0:12:37.4] B: Was ergänzen? Ich glaube nicht, nee. 

[0:12:40.6] I: Gut, dann danke ich dir ganz herzlich, dass du das Interview mit mir gemacht hast. 
