OpARA ist ein institutionelles Repositorium für digitale Forschungsdaten. Sollte es für Ihre Fachrichtung bereits ein disziplinspezifisches Repositorium für Ihre Art digitaler Forschungsdaten geben, sollte dieses verwendet werden. Eine Übersicht von Forschungsdatenrepositorien stellt das re3data-Projekt (Registry of Research data Repositories) auf seinen Seiten zur Verfügung.

Was sind (digitale) Forschungsdaten?

Es gibt viele Definition für Forschungsdaten. Eine kurze ist: „Forschungsdaten sind alle Daten aus der Forschung, die keine Publikation sind“. Forschungsdaten können sein:

die Rohdaten, die direkt aus einem Gerät kommen

Sekundärdaten, die aus der Analyse von Rohdaten kommen oder gefilterte Daten aus einem großen Datensatz

Daten, die aus anderen Datensätzen abgeleitet oder gesammelt wurden

Beispiele sind Messreihen, Bilder aus einem Mikroskop, Transkripte eines Interviews oder die Antworten eines Fragebogens. Forschungsdaten sind die Informationen, die notwendig sind um eine wissenschaftliche Erkenntnis zu gewinnen oder zu validieren.

Digitale Forschungsdaten sind alle digitalen Daten, die in diesem Rahmen entstehen.

Welche Daten sollte ich publizieren und auf welchem Level/Detailgrad?

Die Entscheidung liegt bei Ihnen – der Expertin/dem Experten für Ihre Daten. Nur Sie wissen, welche Daten notwendig sind, um z. B. eine Erkenntnis zu verifizieren oder welche Daten für andere wertvoll sein könnten. Beachten Sie aber auch die Anforderungen des Förderers, mit dessen Geld die Daten gewonnen wurden. Die EU verlangt z. B. seit 2017 die Publikation aller Forschungsdaten aus Horizon2020-Projekten.

Muss ich alle meine Forschungsdaten publizieren/teilen?

Es sollten alle relevanten Daten publiziert werden, die

notwendig sind um eine Veröffentlichung zu verifizieren,

wertvoll für anderen Forschende sein können,

nicht auf einfachem Wege (z. B. zu teuer) oder nicht noch einmal gewonnen werden können (z. B. Umweltdaten eines Ortes zu einer bestimmten Zeit).

Darf ich meine Forschungsdaten, die ich als Universitätsangehöriger gewonnen habe, einfach so veröffentlichen?

Viele Förderorganisationen fordern das inzwischen bereits als Voraussetzung für die Projektförderung. Andererseits können Daten natürlich aber auch in Projekten mit Industriepartnern entstehen, die Geheimhaltung fordern. Oder die Daten können auf persönlichen Informationen von Probanden beruhen, die dem Datenschutz unterliegen. Wenn Sie trotzdem eine Veröffentlichung planen oder wenn Sie noch andere Fragen bezüglich der rechtlichen Gegebenheiten haben, können Sie sich gern an die gemeinsame Kontaktstelle Forschungsdaten der SLUB und der TU Dresden wenden. (eMail: kontaktstelle-forschungsdaten@tu-dresden.de)

Welche Daten sollte ich archivieren/teilen?

Fragen Sie sich selbst: Wenn ich meine Daten löschen oder nicht teilen will und jemand würde meine wissenschaftlichen Erkenntnisse anzweifeln – würde ich ihm/ihr sagen wollen „Ich habe die Daten gelöscht bzw. will sie nicht mit Ihnen teilen. Aber ich gebe Ihnen mein Wort, dass sie stimmen.“

Vermutlich entspricht das nicht Ihrer wissenschaftlichen Ethik – peinlich ist es zudem auch noch. Mit einer Publikation der Daten umgehen Sie eine solche Situation. Minimal sollten Sie eine Beschreibung der Daten veröffentlichen und die Bedingungen und den Weg, unter denen jemand an die Daten kommt, der ihre Methoden oder Erkenntnisse nachvollziehen möchte.

Wie verständlich sollte ich meine Daten beschreiben?

Ohne eine verständliche Beschreibung können andere Ihre Daten nicht nach nutzen oder eine Erkenntnis verifizieren. Deshalb ist eine ausreichende Beschreibung (mit Metadaten - siehe nächste Frage) essentiell.

Was sind Metadaten?

Metadaten sind Daten über Daten, also die Beschreibung von Daten.

Für meine (Paper-) Publikation verlangt der Herausgeber, dass ich auch die Daten publizieren soll. Wie mache ich das?

Forschungsdaten werden in einem sogenannten Repositorium veröffentlicht und archiviert. Es gibt zwei Arten von Repositorien – fachspezifische und institutionelle. Erstere nehmen nur Daten einer Fachdisziplin auf. Sie sollten bevorzugt genutzt werden, da sie meist in einer Fachdisziplin bekannt sind. Institutionelle Repositorien wie OpARA sind offen für alle – vor allem für die Fachdisziplinen, für die es keine fachspezifischen Repositorien gibt.

Wie referenziere ich meinen publizierten Datensatz?

In OpARA bekommt ein Datensatz einen eindeutigen DOI (Digital Object Identifier). Das ist wie ein Link im Internet – wenn man ihn im Webbrowser eingibt, kommt man auf eine Webseite, auf der die Daten und ihre Beschreibung zu finden sind. Der DOI kann in einer Publikation zur Referenzierung der Forschungsdaten verwendet werden.

Muss ich auch die Daten von Konferenzpublikationen veröffentlichen?

Sie sollten möglichst immer alle Daten veröffentlichen, die zu einer Publikation jeglicher Art gehören.